Methoden zur Stimulierung des Baus neuer Waben
Methoden zur Stimulierung des Baus neuer Waben
Der Prozess des Wabenbaus ist eng abhängig vom biologischen Zustand des Bienenvolks sowie von äußeren Faktoren. Ein Schlüsselelement der imkerlichen Betriebsweise ist die Nutzung des natürlichen Instinkts der Bienen, in Zeiten des Überflusses Wachs auszuscheiden.
1. Schlüsselbedingungen für die Einleitung des Baus
- Zustrom von frischem Nektar: Dies ist die wichtigste Voraussetzung. Bei fehlendem Trachtangebot stellen die Bienen den Wabenbau vollständig ein, selbst wenn im Bienenstock große Honigvorräte vorhanden sind. Die Intensität des Baus steigt proportional zur Stärke des Trachtflusses.
- Anwesenheit junger Bienen: Am aktivsten im Bau sind Bienen im Alter von 12–18 Tagen, bei denen die Wachsdrüsen ihre höchste Entwicklung erreichen. Am besten bauen jene Bienen, die zuvor mit der Brutpflege beschäftigt waren.
- Anwesenheit der Königin und Brut: Weisellose Völker stellen den Bau ein. Die Wachsausscheidung wird durch die Anwesenheit von offener Brut, die Pflege benötigt, stimuliert.
2. Technik der Wabenerweiterung mit Mittelwänden
- Rähmchen mit Mittelwänden gibt man mit dem Auftreten des ersten stabilen Frühlungstrachtflusses.
- Die Mittelwand wird anfangs zwischen dem äußersten Brutwaben und der Wabe mit Honig- und Pollenvorräten platziert. Mit zunehmender Erwärmung und Stärkung des Volkes können zwei Rähmchen gleichzeitig auf beiden Seiten des Brutnests gegeben werden.
- Methode des „Aufschneidens“ des Brutnests: Bei starken Völkern werden die Rähmchen mit Mittelwänden direkt in die Mitte des Brutnests, zwischen die Brutwaben, eingesetzt. Imker nutzen die Tatsache, dass Bienen biologische Lücken im Brutnest nicht tolerieren und bestrebt sind, seine Teile durch den Bau von Waben so schnell wie möglich zu verbinden.
3. Methoden zur Intensivierung der Wachsproduktion (Baurahmen)
- Nutzung von Baurahmen: Es werden leere Rähmchen oder solche mit einem schmalen Mittelwandstreifen verwendet, die typischerweise zwischen der letzten Brutwabe und der Futterwabe platziert werden. Dies ermöglicht die Gewinnung von reinem Wachs und die Befriedigung des Instinkts zum Bau von Drohnenzellen, ohne die Brutwaben zu zerstören.
- Häufigkeit des Ausschneidens: Bei gutem Trachtfluss sollte das Wachs aus den Baurahmen alle 3 Tage ausgeschnitten werden, um zu verhindern, dass die Königin sie belegt oder sie mit Honig gefüllt werden.
- Massenausbau: Von starken Völkern können frisch ausgebauten Waben entnommen werden, bevor die Königin Eier darin legt, und durch neue Mittelwände ersetzt werden. Dies ermöglicht es, von einem Volk sogar 20 und mehr Rähmchen pro Saison zu erhalten.
4. Optimierung der thermischen Bedingungen
- Wärmehaushalt: Der Wabenbau erfordert hohe Temperaturen (ca. 35°C). Um den Bienen die Arbeit zu erleichtern, wird die Verwendung von Oberbeuten und speziellen Leisten empfohlen, die die Wabengassen schließen. Dies reduziert Wärmeverluste und motiviert die Bienen, auf die Mittelwand zu gehen.
- Vorbereitung der Mittelwände: Ältere Mittelwände, die matt geworden sind, sollten vor dem Gebrauch in der Sonne erwärmt werden, bis sie ihre gelbe Farbe und ihren Duft zurückgewinnen, was sie für Bienen attraktiver macht.
5. Technische und energetische Parameter
- Energieaufwand: Die Wachsproduktion ist kostspielig – für die Herstellung von 1 kg Wachs verbraucht ein Volk durchschnittlich 3,5 bis 3,7 kg Honig (einige Energieberechnungen weisen auf einen Äquivalent von ca. 3,035 kg Honig sowie erhebliche Mengen an Pollen hin).
- Leistungsfähigkeit: Ein starkes Volk kann unter optimalen Bedingungen 2–2,5 kg Wachs pro Saison produzieren. In einem einzelnen Bruträhmchen befinden sich etwa 140–150 g reines Wachs.
Eine effektive Stimulierung des Wabenbaus basiert auf der Sicherstellung eines kontinuierlichen Trachtflusses (oder stimulierender Fütterung), der Aufrechterhaltung einer hohen Temperatur im Brutnest sowie der regelmäßigen Gabe von Mittelwänden an Stellen mit der höchsten Aktivität junger Bienen.