Wabenwirtschaft: Verwaltung von Naturbau und Mittelwänden
Wabenwirtschaft: Verwaltung von Naturbau und Mittelwänden
Erfahren Sie, wie strategische Verwaltung der Wachsressourcen und systematischer Wabentausch die Volksgesundheit und die Honigproduktionseffizienz beeinflussen.
Warum ist der Wabentausch entscheidend?
Die Waben im Bienenvolk sind kein dauerhaftes Element und ihre Qualität verschlechtert sich systematisch mit der Zeit. Der Hauptgrund ist der Prozess der Brutaufzucht: Jede schlüpfende Biene hinterlässt in der Zelle einen Kokon sowie Kotreste, was zu einer allmählichen Verkleinerung des Zellvolumens führt. Man geht davon aus, dass bereits nach dem Schlupf von 10–12 Bienengenerationen das Zellvolumen deutlich abnimmt. In solchen „engen“ Zellen aufgezogene Bienen sind kleiner, körperlich schwächer und zeigen eine geringere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten.
Zudem werden alte Waben, die mit der Zeit von braun nach schwarz nachdunkeln, zu einem Reservoir für Krankheitserreger, einschließlich Sporen der Faulbrut und anderer pathogener Mikroorganismen. Die systematische Erneuerung des Brutnests ist daher eine der wirksamsten vorbeugenden Gesundheitsmaßnahmen im Imkerbetrieb.
Technische und numerische Parameter von Waben
Eine ordnungsgemäße Wabenwirtschaft erfordert Kenntnis konkreter Parameter:
- Austauschzyklus: Es wird empfohlen, alle Waben im Brutnest alle 2–3 Jahre komplett auszutauschen, was bedeutet, dass pro Volk und Jahr etwa 6–8 neue Waben eingehängt werden sollten.
- Abmessungen und Gewicht: Ein Standard-Mittelwand-Bogen mit den Maßen 410x260 mm sollte eine solche Dicke haben, dass 1 kg 15–16 Bogen enthält.
- Zellparameter: Der Durchmesser einer Arbeiterinnenzelle beträgt etwa 5,4 mm, der einer Drohnenzelle etwa 6,4-7,0 mm.
- Wachsausbeute: Die Produktion von 1 kg Wachs kostet das Bienenvolk 6 bis 10 kg Honig (einige Quellen nennen im Durchschnitt 8 kg).
- Temperatur: Bienenwachs schmilzt bei einer Temperatur von 62–64°C.
Strategie zur Einführung von Mittelwänden ins Brutnest
Die Einführung von Mittelwänden sollte mit dem natürlichen Entwicklungszyklus des Volkes und dem Auftreten von Tracht synchronisiert werden.
- Starttermin: Die erste Erweiterung des Brutnests erfolgt etwa einen Monat nach dem Reinigungsflug, wenn das Volk 8–10 Waben besetzt und es eine erhaltende Tracht gibt.
- Vorbereitung der Mittelwände: Wenn bei der Herstellung der Mittelwände Seife oder Stärke als Trennmittel verwendet wurden, ist es ratsam, sie mit warmem Wasser abzuspülen, was die Bienen zum schnelleren Bauen anregt.
- Einbau in den Rähmchen: Der Mittelwand-Bogen sollte so platziert werden, dass zwischen der unteren Leiste des Rähmchens und der Wachskante ein Abstand von 5–8 mm bleibt, was ein Wellen der Wabe während des Baus verhindert.
- Position im Brutnest: Das Rähmchen mit der Mittelwand wird in die Mitte des Brutnests gesetzt, am besten zwischen Waben mit offener Brut und Waben mit Honig- und Pollenvorräten. Man sollte versuchen, die Brutkugel nicht zu trennen.
- Bauanreiz: Bei schwächerer Tracht kann der Bau beschleunigt werden, indem man den Bienen Zuckerlösung oder Honigwasser (z.B. im Verhältnis 2 Teile Wasser auf 1 Teil Honig) füttert.
Optimale Nutzung und Rückgewinnung von Wachs
Wachs ist ein wertvolles Nebenprodukt, dessen Produktion durch den Einsatz sogenannter Bau- oder Drohnenrahmen optimiert werden kann. Dabei handelt es sich um leere Rähmchen, in denen die Bienen frei Drohnenwaben bauen können. Dies liefert nicht nur frisches Wachs, sondern hilft auch im Kampf gegen Varroa destructor durch das Ausschneiden der Drohnenbrut.
Methoden zur Wachsgewinnung:
- Sonnenwachsschmelzer: Die einfachste Methode zur Gewinnung von hochwertigem Wachs.
- Dampfwachsschmelzer: Ermöglicht die Desinfektion von Rähmchen und effizientes Ausschmelzen von Wachs selbst aus dunklen Waben, ohne Beschädigungsrisiko.
- Wachspresse: Die effizienteste Methode, die die Rückgewinnung von Wachs aus „Merve“ (Rückstände nach dem Ausschmelzen) ermöglicht, wobei das Wachs unter Druck aus der in Wasser ausgekochten Wabenmasse gepresst wird.
Denken Sie daran, dass Wachs aus von Krankheiten betroffenen Betrieben nicht als Mittelwände in Umlauf gebracht werden sollte, sondern einer Sterilisation bei hoher Temperatur unterzogen werden muss. Die systematische Entfernung von schwarzen, verschimmelten oder verschmutzten Waben aus dem Volk ist die Grundlage der Betriebshygiene.