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Erste Schritte im Bienenhaus: Wie man das Abenteuer mit Bienen beginnt

Erfahren Sie, wie Grundlagen in Form eines optimalen Standorts und eines bewussten Kaufs von biologischem Material über den Erfolg Ihrer zukünftigen imkerlichen Wirtschaft entscheiden.

Die Aufzucht von Bienen zu beginnen, ist ein Prozess, der nicht nur Leidenschaft, sondern vor allem fundiertes theoretisches Wissen und technische Vorbereitung erfordert. Gemäß den Lehren bedeutender Imker hängt der Erfolg eines Bienenstands davon ab, den Völkern optimale Lebensbedingungen zu schaffen, was sich direkt auf ihre Gesundheit und Produktivität auswirkt.

I. Wahl des optimalen Standorts für den Bienenstand

Die Standortwahl ist eine strategische Entscheidung, die einmal und gut getroffen werden muss, da das spätere Versetzen eingeflogener Bienen über eine Distanz von weniger als 2–3 km kompliziert und riskant ist.

  1. Umweltparameter und Mikroklima:
  • Feuchtigkeit und Geländeform: Der Ort muss trocken sein. Tiefebenen, Kessel und tiefe Schluchten, in denen sich kalte Luft, Feuchtigkeit und Morgennebel sammeln, sollten vermieden werden, da dies den Bienenausflug verzögert und Krankheiten begünstigt. Ideal ist ein leicht geneigtes Gelände (5–7°), das den Abfluss von Regenwasser erleichtert.
  • Sonneneinstrahlung und Windschutz: Der Bienenstand sollte durch die Geländeform, Gebäude oder Grünstreifen vor den vorherrschenden kalten Winden (Nord- und Ostwinde) geschützt sein. Süd- und Südostlagen sind am günstigsten.
  • Wasser: In der Nähe (bis 200–500 m) sollte eine Quelle sauberen Wassers vorhanden sein. Die unmittelbare Nachbarschaft zu großen Seen und Flüssen ist jedoch zu vermeiden, da Bienen, die mit Tracht gegen den Wind zurückkehren, dort massenhaft ertrinken.
  1. Trachtbasis: Der effektive Flugradius einer Biene beträgt 2 km (was eine Fläche von ca. 1250 ha ergibt). In diesem Bereich muss eine Fülle von nektar- und pollenspendenden Pflanzen vorhanden sein, die vom frühen Frühjahr bis zum Herbst blühen. Der Mindestabstand zu anderen großen Bienenständen sollte mindestens 3 km betragen, um Konkurrenz um Nahrung und das Risiko von Räuberei zu vermeiden.

  2. Sicherheit und Vorschriften: Der Bienenstand darf nicht an Autobahnen, chemischen Betrieben, Zuckerfabriken oder Hochspannungsleitungen liegen. In besiedelten Gebieten ist es notwendig, den Bienenstand mit einem dichten Zaun oder einer Hecke von mindestens 2 m Höhe einzuzäunen, was die Bienen zwingt, hoch über den Köpfen der Menschen zu fliegen.

II. Organisation des Geländes und Aufstellung der Bienenstöcke

Die korrekte Anordnung der Bienenstöcke erleichtert den Bienen die Orientierung und dem Imker die Arbeit.

  1. Bestimmen Sie die Plätze für die Bienenstöcke in Abständen von 3–4 m in der Reihe und 4–6 m zwischen den Reihen (Reihensystem) oder in Gruppen von 3–4 Stück. Verwenden Sie ein Schachbrettmuster, um das Verfliegen der Bienen zu vermeiden.
  2. Nivellierung: Die Bienenstöcke müssen genau waagerecht aufgestellt werden (unter Verwendung einer Wasserwaage). Eine minimale Neigung nach vorne ist zulässig, um den Bienen die Entfernung von Unrat vom Boden zu erleichtern.
  3. Ausrichtung der Fluglöcher: Am besten richten Sie sie nach Süden oder Südosten aus.

III. Erwerb der ersten Bienenvölker

Für den Anfänger imker ist eine optimale Startzahl von 3–5 Völkern. Dies ermöglicht das Lernen und im Falle von Problemen mit einem Volk – dessen Rettung mit Brut oder Bienen aus den anderen Völkern.

  1. Kaufzeitpunkt: Die beste Zeit ist das frühe Frühjahr (April), kurz nach dem ersten Reinigungsflug. Beim Kauf von Völkern im Frühjahr kann im selben Jahr bereits ein Ertrag in Form von Honig erzielt werden.

  2. Beim Kauf eines Bienenvolkes im Stock sollte vom Verkäufer verlangt werden:

  • Volksstärke: Im Frühjahr mindestens 1,5 kg Bienen (ca. 7–8 Wabengassen).
  • Königin: Begattet, gezeichnet, nicht älter als 2 Jahre.
  • Brut: Regelmäßig, geschlossen (ohne „Schießscharten“), auf mindestens 4 Rähmchen (für Rähmchen 435x300 mm Dadant-Rähmchen).
  • Vorräte: Mindestens 6–8 kg Honig und 0,5–1 kg Pollen.
  • Zustand der Rähmchen: Die Waben sollten hellbraun, ordentlich ausgebaut und ohne große Menge an Drohnenzellen sein.
  • Kaufen Sie nur in Bienenständen mit Gesundheitsbescheinigung, die frei von ansteckenden Krankheiten (z.B. Faulbrut) sind.
  • Führen Sie eine detaillierte Durchsicht jedes Volkes in Anwesenheit des Verkäufers durch und überprüfen Sie die Qualität der Brut und das Vorhandensein der Königin.
  • Erstellen Sie eine Übergabeprotokoll, das das Beutensystem, die Volksstärke, die Menge der Vorräte und das Alter der Königin festlegt.
  1. Transport: Transportieren Sie die Bienen am Abend oder in den frühen Morgenstunden und achten Sie auf eine einwandfreie Belüftung der Stöcke (Sicherung mit Netz).

IV. Unentbehrliches Inventar für den Start

Bevor die Bienen zum Bienenstand gelangen, müssen Sie besitzen:

  • Kleidung: Heller Overall (Bienen werden durch dunkle Farben gereizt), Hut mit Netz, Handschuhe.
  • Werkzeuge: Smoker, Stockmeißel, Besen mit weichen Borsten.
  • Hilfsgeräte: Transportkiste für Rähmchen, Entdeckelungswanne, Honigschleuder (kann später nachgekauft werden).

Entscheiden Sie sich immer für ein einheitliches Beutensystem im gesamten Bienenstand. Dies erleichtert den Austausch von Rähmchen, Zargen und Ausrüstungsteilen, was für eine effiziente Wirtschaftsweise entscheidend ist.